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Faszination Seidenstrasse -
von Seide bis Marco Polo
 

China

Land der Seide

China ist ein beeindruckendes Land, das wir im Westen mit vielen Mythen verbinden. Der Mythos Seidenstrasse ist einer davon.

Visum

Konsularabteilung der Botschaft der VR China, Brückenstraße 10, 10179 Berlin, Tel. 030/27 58 85 72, Öffnungszeiten: Mo-Fr 9-12 Uhr, Internet: www.china-botschaft.de
Touristen dürfen sich mit einem Visum bis zu 30 Tage im Land aufhalten. Das Visum kann vor Ort verlängert werden. Falls mehr als eine Einreise nach China erfolgen soll, muss ein entsprechendes Visum beantragt werden. Die Bearbeitungszeit beträgt rund vier Werktage, gegen einen Aufpreis ist eine bevorzugte Bearbeitung möglich. Die Kosten für ein Visum mit einmaliger Einreise betragen 30 Euro. Visa werden auch von den Generalkonsulaten in Frankfurt am Main, Hamburg und München ausgestellt.

In China sind Reisende verpflichtet, sich bei der Polizei melden, wenn sie mehr als 24 Stunden an einem Ort bleiben. Bei Übernachtung in Hotels übernimmt die Meldung das Hotel. Neben dem Visum ist ein noch mindestens sechs Monate gültiger Reisepass notwendig.

Seidenstrasse in China

Will man der Seidenstrasse in China folgen, so bieten sich Kaschgar östlich des Pamir-Gebirges an, oder Urumqi. Die Städte erreicht man mit dem Flugzeug von Islamabad in Pakistan oder über innerchinesische Flugrouten. Sie liegen in der autonomen Region Xinjiang. Dort leben die Uiguren, die ihre Blütezeit zur Prachtzeit der Seidenstrasse hatten. Heute ist der Westen Chinas einer der ärmsten Teile des Landes.

Zur Fortbewegung sind öffentliche Verkehrsmittel gut geeignet, auch Taxis sind günstig, allerdings muss man darauf achten, dass das Taxameter auch läuft, sonst wird es teuer. Ein Taxameter besitzen nur lizensierte Fahrer. Staatliche Kaufhäuser haben fixe Preise, ansonsten ist Handeln angesagt. Unterkünfte sind preiswert, aber einfach.
Will man die Taklamakan-Wüste erkunden, kann man auch auf geführte Touren zurückgreifen.
Beste Reisezeit ist der Herbst.

Von Xi'an bis Kaschgar - als Individualtourist auf der chinesischen Seidenstrasse

Wer der Seidenstrasse als Individualtourist in ihrem vollem Verlauf folgen möchte, der benötigt eins: Zeit. Mindestens zwei bis drei Monate siind notwendig, um von Xi'an bis ans Mittelmehr zu reisen.
Zunächst heißt es, nach China zu gelangen. Das ist möglich mit dem Flugzeug. Man landet in Beijing, früher Peking, der Hauptstadt des ehemaligen Reichs der Mitte. Von dort gelangt man mit dem Nachtzug nach Xi'an.
Xi'an hies früher Chan'an und war die erste Hauptstadt Chinas in antiker Zeit. Ein Denkmal erinnert dort an den Beginn der Seidenstrasse. Von hier waren die ersten Kaufleute in Richtung Westen aufgebrochen. Das Denkmal steht auf einer ca. 1000 Quadratmeter großen Fläche und ist von Rasen, Bänken und Betonwegen umgeben. Man erreicht es durch ein Tor. Das Denkmal besteht aus in Stein gemeißelten Kamelen, die mit ihren Herren und Reitern als Karawana in die alte Welt starten. Die Kamele tragen Kisten und Säcke voller Hanadelsware, in erster Linie Seide, vermutet man als Betrachter. Ganz in der Nähe Xi'ans liegt eines der sieben Weltwunder, die Terrakotta-Armee. Die tönernen Krieger wurden erst vor 33 Jahren entdeckt. Seither strömen die Besucher in Millionenzahl in die Provinz Shaanxi. Xi'an hat sich seither entwickelt, ist zu einer Metropole geworden. Es gibt Shoppingcenter, Boulevards und Hochhäuser.
Lanzhou, die nächste Station auf der heutigen Seidenstrasse, erreicht man am besten mit dem Zug, wenn man frühzeitig, mehrere Tage im voraus!!!, reserviert hat. Dabei kann man ruhig tagsüber reisen. Anders handhabten das die Karawanen der Antike: sie wichen wegen der kühleren Temperaturen auf die Nacht aus. Der Zug ist das ideale Reisemittel bis in den äußersten Westen des Landes, bis nach Kaschgar. Hierzu sollte man sich etwa eine Woche Zeit nehmen. Bis Lanzhou sind es 600 Kilometer. Eine Karawane brauchte früher mehrere Wochen bis nach hierhin. Heute ist man in einem Tag dort. Lanzhou liegt vor dem sogenannten Hexi-Korridor, einer öden, unfruchtbaren Landschaft, an die sich die Takla Makan Wüste anschließt und ist von Bergen umgeben. Die Verwaltung von Lanzhou hatte 1997 versucht, einen Berg abtragen zu lassen, um der Stadt Zugang zu mehr Luft und Licht zu verschaffen, denn auch noch kurz vor Mittag werfen die Berge noch ihre Schatten auf die Silhouette der Stadt. Doch das Vorhaben wurde aufgegeben. Die Oriental Skyline ist in der Form eines Drachens gebaut, dem Symbol der Himmelsmacht, die dem Kaiser zustand. Den Kopf des Drachens bildet ein acht Meter hoher Wasserfall. Bei dem Gebäudekomplex handelt es sich um eine Kombination von Wellnesszentrum und Shopping-Läden mit einem kleinen Park. Der Drache hat auch ein Horn: ein 24stöckiges Hochhaus. Lanzhou verfügt über einen modernen Flughafen. Südwestlich von Lanzhou liegt der Pilgerort Xiahe mit dem Kloster Labrang. Dieses Kloster ist eines der wichtigsten Heiligtümer des Gelbmützenordens. Das Oberhaupt dieses Ordens ist der Dalai Lama.
Die nächste Station auf der modernen Seidenstrasse ist Dunhuang. Es liegt 1000 Kilometer westlich von Lanzhou und ist von dort mit dem Zug zu erreichen. Früher war Dunhuang eine Oase - und der Ort war begehrt, liegt er doch zwischen der Wüste Gobi und der Wüste Kumtagh. Heute ist der Handelplatz an der Silkroad berühmt wegen der Magao-Grotten. (Hier leistet eine Taschenlampe wertvolle Dienste.) Aber auch wegen der über einhundert Meter hohen Dünen der Kumtagh-Wüste. Man kann als Tourist nicht nur einen Kamelritt in die Wüste buchen, sondern sogar mit dem Schlitten von den Dünen rodeln. Will man sich die Strapazen der 1400 Kilometer langen Zug- und Taxifahrten ersparen, kann man Dunhuang auch von Xi'an aus per Flieger erreichen. Der Flug kostet etwa 250 Euro. Dunhuangs Flughafen liegt 13 Kilometer östlich der Stadt, etwa auf der Hälfte des Weges zu den Mogao-Grotten.
Das nächste Etappenziel ist Turfan, das in den Vorbergen des Tian Shan Gebirges liegt in der chinesischen Provinz Xinjiang. Es ist die westlichste und größte Provinz Chinas, nimmt sie doch ein Sechstel des Landes ein. Groß auch deshalb, weil sie ein Fünftel der chinesischen Gasreserven beherbergt, direkt unter der Taklan Makan Wüste. Dort finden sich auch etwa ein Drittel des chinesischen Erdölvorkommens. Turfan erreicht man von Dunhunang aus am besten mit dem Nachtzug. Auch hier wichtig: frühzeitige Reservierung! Turfan bietet ein orientalisches Ambienten mit vielen kleinen Basaren. Berühmt ist der Handel mit Rosinen: über 50 verschiedene Sorten gibt es hier, die sich alle nach Farbe und Geschmack unterscheiden. In Turfan sollte man sich die buddhistischen Grotten von Bezeklik ansehen. Sie liegen in den Flammenbergen und beherbergen berühmte Wandmalereien, die allerdings immer mehr verblassen.
Ursprünglich lebte im Gebiet der heutigen Provinz Xinjiang die Uiguren, ein muslimisches Turkvolk. Doch seit 1950 machen sie lediglich die Hälfte der chinesichen Bevölkerung Xinjiangs aus, denn seinerzeit startete die Zentralregierung ein Siedlungsprogramm. Dennoch fordern die Uiguren auch noch heute einen eigenen Staat Ostturkestan. Nach Außen demonstrieren sie das mit einer eignen Zeitzone, die sich an die internationelen Vorgaben hält, nicht an die chinesische aus Peking. Sie gehen deshalb zwei Stunden im Vergleich zur offizielen Zeit nach. Das Streben nach einem eigenen unabhängigen Staat führt immer wieder zu bewaffneten Auseinandersetzungen in der Region.
Von Turfan fährt man weiter nach Korla, entweder wieder mit dem Zug oder mit dem Bus. Auf dem Weg kommt man in Kuqa vorbei, einer ehemaligen Oase am nörlichen Rand dder Takla Makan. Korla ist der Ausgangspunkt für die Durchquerung der Takla Makan. Die Takla Makan ist in ihrer Fläche mit der Deutschlands vergleichbar. Ort ohne Wiederkehr nennen sie die Einheimischen. Die Temperaturen schwanken zwischen 50 Grad Celsius am Tag und minus 20 Grad Celsius in der Nacht. Sven Hedin, der große Forschungsreisende, kam 1893 mit einer Expedition hierher und wäre beinahe dem Sand zum Opfer gefallen. Heute führt eine über 400 Kilometer lange Straße von Aku nach Hotan durch die Takla Makan, von Norden nach Süden. Diese Route wird an das Wegenetz Transport Corridor Europe Caucasus Asia (TRACECA) angegliedert, das Europa mit chinesischen Städten verbinden soll - eine neue Seidenstraße soll als Handelsroute zwischen Asien und Europa entstehen, länger als die der Antike. Dieses Wegenetz, in welches die EU, die Weltbank sowie die Asian Development Bank kräftig investieren, basiert auf einem Vertrag, den die EU mit acht kaukasischen und zentralasiatischen Staaten abgeschlossen hat. Das TRACECA-Büro sitzt in Baku, der Hauptstadt von Aserbaidschan. Doch zurück zur Taka Makan. Der Sand verändert ihr Gesicht ständig. Es entstehen immer neue Formen.
Von Korla bis nach Hotan am Südrand der Takla Makan sind es über 1000 Kilometer. Die Strecke führt quer durch die Wüste nach Minfeng und weiter bis Hotan. 18 Stunden ist man im Bus auf dem Highway unterwegs. Es gibt Busse mit Schlafgelegenheit. Fährt man mit dem Taxi, so ist man wesentlich schneller.
Hotan ist berühmt für seinen Jade-Schmuck. Im trockenen Flussbett des Ywungkax-He wird nach Jade geschürft. Jade ist heilig in China. Sie symbolisiert Frieden und Glück. Jade wird auch als Heilstein genutzt. Man kann sogar Jadepulver kaufen, das gegen beinahe alle Krankheiten hilft - heißt es. Kein Wunder also, dass Hotan und der Ywungkax-He Glückssucher aus ganz China anlockt. Hotan liegt an der südlichen Route der antiken Seidenstrasse, die um die Takla Makan herumführte. Die Nordroute wurde weit haufiger frequentiert. Auch heute gibt es nur wenig Touristen in Hotan. Trotz moderner Gebäude hat die Stadt deshalb viel von ihrer orientalischen Ursprünglichkeit bewahrt, die für uns Fremde am ehesten auf dem Sonntags-Basar sichtbar wird.
Kaschgar liegt 450 Kilometer von Hotan entfernt. Es ist die westlichste Stadt Chinas. Beinahe 2000 Jahre lang war Kaschgar das Tor zum Westen. Kein Wunder, dass sich eine blühende Vielfalt und Mischung von Kulturen und Konfessionen bildete. Heute wie damals gibt es zwei Basare in Kaschgar, einen der Chinesen und einen der Uiguren. Auch ein Mao-Denkmal findet man hier, 12,26 Meter hoch. Mao Zedong hatte am 26.12. 1893 Geburtstag - darum diese Maße. Auch Kaschgar hat einen berühmten Sonntags-Basar, auf dem vor allem Seide angeboten wird. Zwar gibt es auch an den anderen Tagen einen Basar, besonders eindrucksvoll ist aber der Sonntagsbasar. Kaschgar kann man von Dunhuang nicht direkt mit dem Flugzeug erreichen. Man muss zunächst den Zug nach Ürümqi nehmen. Dort kann man dann für einen Preis von etwa 150 Euro in den Flieger nach Kaschgar umsteigen. Will man Forschern wie Alberg von Le Coq oder Aurel Stein auf ihren Spuren folgen, so übernachtet man im Chini Bagh in der Seman Lu 144. Es ist das ehemalige britische Konsulat.

Hinter Kaschgar verläßt die Seidenstrasse über den 3752 Meter hohen Torugart-Pass China und wechselt nach Kirgisistan. Der Reisende muss hierzu einige Formalitäten erledigen. Dies kann man schon von Deutschland aus über ein Reisebüro machen lassen. Den Service bieten aber auch Büros vor Ort an; empfohlen sei hier das Hotel John's Café in Kaschgar. Für die Überfahrt über den Pass zahlt man dann etwa 200 Euro.

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