War Marco Polo ein Betrüger?
Schwindel um die Seidenstrasse
Die Frage, die einige Historiker stellen ist die: War Marco Polo tatsächlich in China? War er einer der am weitesten gereisten Menschen seiner Epoche?
Kritiker halten den China-Aufenthalt des Forschungsreisenden für den kollossalsten Schwindel der globalen Entdeckungsgeschichte, so etwa der Autor der "Enzyklopädie der Entdecker und Forscher der Erde", Diemar Henze. Die britischer Historikerin Frances Wood ist der gleichen Auffassung, da Marco Polos Erzählungen zu ungenau seien. So hat Polo weder die kurisosen Schriftzeichen der Chinesen noch die berühmte Mauer erwähnt. Zudem wird Polo in keiner chinesischen Quelle genannt.
Andere Wissenschaftler vertreten dei Auffassung, die ungenauen Textpassagen würden auf "Verbesserungen" von Übersetzern oder Abschreibern beruhen. Polo hätte zudem kein Interesse am Detail gehabt; deshalb seien seine Beschreibungen mangelhaft. Zudem ging es ihm nicht um die Schilderung persönlicher Abenteuer, sondern um die Weitergabe von Informationen an andere Kaufleute. Marco Polo hatte seine Reiseerinnerungen im Jahre 1299 in einem Genueser Gefängnis seinem Mitgefangenen Rustichello dea Pisa, der Ritterromane verfasst hatte, diktiert. Bei der Seeschlacht von Curzola war Marco Polo als Führer eine venezianischen Galeere 1298 in genuesische Gefangenschaft geraten. "Die Wunder der Welt" ist Marco Polos Originalbericht. "Il Milione.". Kurzum: die Glaubwürdigkeit Polos ist und bleibt ungeklärt.
Kritik an Marco Polos Reisebericht
Der Wahrheitsgehalt Marco Polos Reisebericht wurde schon zu seinen Lebzeiten in Frage gestellt. Als Marco Polo auf seinem Totenbett die letzte Ölung erhält wir er gebeten, sich von seinen Lügengeschichten loszusagen. Er antwortet jedoch: "Ich haben nur die Hälfte dessen erwähnt, was ich tatsächlich gesehen habe." Ohne Zweifel enthalten die Berichte Marco Polos auch Märchen, etwa die Geschichte von den Riesenvögeln, die Elefanten fortschleppen und sie dann aus großer Höhe fallen lassen um sie anschließend zu fressen. Historiker fragen auch, warum Polo, wenn er doch China durchquert hat, nie die Chinesische Mauer erwähnt hat. Auffällig sei auch, dass er nicht erwähnte, dass er sich die chinesische Sprache angeeignet habe. Marco Polo und sein Vater sowie Onkel werden in den chinesischen Reichschroniken nicht erwähnt, im Gegensatz zu weit weniger bekannten Besuchern aus dem Ausland. Diese Unstimmigkeiten haben manche Geschichtsforscher veanlaßt den Schluss zu ziehen, dass Marco Polo nicht in China gewesen ist. Sie gehen davon aus, das Marco Polo seine Informationen von Kaufleuten oder Botschaftern bekommen habe, denen er auf seinen Reisen begegnete.
Doch gleichgültig, ob Marco Polo seine Abenteuer persönlich erlebt hat oder nicht, er hat Europas Neugier auf die asiatische Kultur geweckt.
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