Niccolo und Maffeo Polo
Marco Polos Vater und Onkel
Im Jahr 1260 reisten die Brüder Niccolò und Maffeo Polo nach Zentralasien. Es waren Kaufleute aus dem unteren venezianischen Adel. Sie wollten neue Bezugsquellen für Handeslwaren finden.
Die Polo Brüder steuern zuerst Sarai an der Wolga an, wo sie nach Gütern wie Seide, Gewürzen und Pelzen suchen. Etwa ein Jahr handeln sie in dieser Region. Sie sind nicht unerfahren, denn sie besitzen bereits ein Handelskontor auf der Krim und in der Hafenstadt Soldaia, heute Sudak. Sarai ist Sitz Barka Khans, dem örtlichen muslimischen Herrscher. Er ist Niccolo und Maffeo Polo wohlwollend gesonnen. Barka Khan wird in einer kriegerische Auseinandersetzung mit seinem Vetter Hulagu Khan verwickelt. Das ist der Grund, warum die Polo Brüder nicht auf dem gleichen Weg, auf dem sie gekommen waren, nach Konstantinopel und dann Venedig zurückkehren können. Sie wollen das Konfliktgebiet weitläufig östlich umgehen. Sie setzen über die Wolga und kommen nach Buchara, wo sie drei Jahre nicht weiterkommen, da die Karawanenrouten zu unsicher für eine Weiterreise oder Rückkehr sind.
Doch den Polo Geschwistern bietet sich eine andere Möglichkeit: Botschafter des Hulagu Khan bietet ihnen an, zum Hof des Kubilai Khan zu kommen. So reisen die Polos von Buchara nach Samarkand und weiter nach Kaschgar. Die Takla Makan Wüste umgehen sie nördlich über Turfan und Hami und kommen dann zur Oasenstadt Dunhuang. Sie folgen nun dem Gansu-Korridor und erreichen im Jahr 1266 den Hof des Mongolenherrschers Kubilai Khan. Dieser will viel von Europa wissen, insbesondere auch über den Papst und die katholische Kirche. Maffeo und Niccolo Polo sprechen mehrere Türksprachen und können dem Khan deshalb die gewünschten Auskünfte geben. Sie bleiben drei Jahre an seinem Hof. 1267 kehren sie nach Venedig zurück. Kubilai Khan hat ihnen einen Botschaft an Papst Clemens IV mitgegeben. Er soll dem Khan 100 Gelehrte senden, damit diese die christliche Religion und das westliche Wissen im Reich der Mongolen zu lehren. Außerdem wünscht er sich ein Fläschchen mit dem Öl des Ewigen Lichts am Heiligen Grab in Jerusalem vom Papst. Die Polo Brüder reisen unter dem Schutz Kubilais und erhalten von ihm einen Geleitbrief, eine goldene Tafel. Dadurch erhalten sie in seinem Herrschaftsbereich immer Unterkunft, Essen, Pferde und Führer. Im April 1269, zwei Jahre nach ihrem Aufbruch aus der Mongolei, sind sie wieder in Venedig. Der Papst ist inzwischen getorben. Sie wollen die Wahl eines neuen Papstes abwarten, bevor sie erneut gen Osten reisen.
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